Verlängerte Zwischenlagerung

Verlängerte Zwischenlagerung

Die trockene Zwischenlagerung von hochradioaktiven Abfällen ist in Deutschland derzeit auf 40 Jahre befristet. Für diesen Zeitraum sind die erforderlichen Sicherheitsnachweise erbracht und in den Genehmigungsverfahren durch unabhängige Sachverständige bestätigt worden. Entsprechend der zeitlichen Befristung laufen die Aufbewahrungsgenehmigungen der von der BGZ betriebenen Zwischenlager zwischen 2034 und 2047 aus. Das Endlager für hochradioaktive Abfälle wird seinen Betrieb allerdings nicht vor Mitte dieses Jahrhunderts aufnehmen.

Die BGZ als Betreiber und Genehmigungs­inhaber ist verpflichtet, den Ver­bleib der Transport- und Lagerbehälter und die Einhaltung der Schutzziele für die verlängerte Zwischenlagerung nach Stand von Wissenschaft und Technik dauerhaft nachzuweisen. Das zweite Themenforum konzentriert sich auf diese erforderliche Verlängerung der Auf­bewah­rungs­genehmi­gungen für hochradioaktive Abfälle in den entsprechenden dreizehn Zwischenlagern der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH.

Neben Vertreter*innen der BGZ und der Genehmigungs­behörde BASE eröffneten Angela Wolff, Referentin für Atom- und Energie­politik beim BUND, und Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus e.V.“ die Diskussion mit kurzen Eingangs­statements. Anschließend erfolgte ein moderierter Dialog zwischen den Expert*innen auf Grundlage der im Vorfeld eingereichten und live eingegangenen Fragen. Denn virtuelle Teilnehmer*innen konnten den Livestream nicht nur online mitverfolgen, sondern sich auch aktiv einbringen und Fragen stellen.

Das Thema

Grafik: Benjamin Felis

Poster:
Zwischenlagerung weitergedacht

Poster:
Aufbewahrungsgenehmigung – Sicherheit und Sicherung auch nach 2034

Broschüre

Zwischenlagerung weitergedacht:
Das Forschungsprogramm der BGZ

Die BGZ als in privater Rechtsform organisierte Gesellschaft im vollständigen Eigentum des Bundes gewährleistet den sicheren und zuverlässigen Betrieb von Zwischenlagern für schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle.

Die BGZ als Betreiber und Genehmigungsinhaber ist verpflichtet, den Verbleib der Transport- und Lagerbehälter und die Einhaltung der Schutzziele für die verlängerte Zwischenlagerung nach Stand von Wissenschaft und Technik dauerhaft nachzuweisen.

Das hier entwickelte Forschungsprogramm zeigt den dazu notwendigen Forschungsbedarf auf und gibt einen Überblick über die Forschungsstrategie und -aktivitäten der BGZ. Das Forschungsprogramm wird laufend fortgeschrieben und aktualisiert und an den sich weiterentwickelnden Stand von Wissenschaft und Technik angepasst.

Forum als Präsenzveranstaltung und Livestream am 12. September 2022, 16:00 Uhr

Das Forum findet am Montag, 12. September 2022, als Hybridveranstaltung in der Halle VI auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen statt und kann auch via Livestream verfolgt werden. Den Livestream können Sie in Echtzeit hier verfolgen. Auch nach der Veranstaltung steht Ihnen der Mitschnitt an dieser Stelle dauerhaft zur Ansicht zur Verfügung.

Seien Sie dabei in:

  • 00Tagen
  • 00Stunden
  • 00Minuten

Die Adresse fürs Navigationsgerät lautet Fritz-Schupp-Allee, folgen Sie dort der Beschilderung zu Parkplatz A2. Sollten Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, ist die Linie 107 (Richtung Gelsenkirchen) die beste Verbindung. Die Haltestelle heißt Zollverein. Auf dem Gelände werden am Veranstaltungstag Hinweisschilder den Weg zur richtigen Halle markieren.

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Auf dem Podium

Hartmut Liebermann, Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“

Angela Wolff, BUND

Michael Müller, BASE

Stefan Weber

Dr. Jörn Becker, BGZ

Shary Reeves, Moderatorin

Hartmut Liebermann

Foto © Privat

Hartmut Liebermann, 73, ist Mitglied der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, die er bereits im Jahr 1977 mitgegründet hat. Damals wurden die ersten Pläne für ein zentrales Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente in Ahaus bekannt. Motivation für die Ablehnung der Pläne für dieses Lager war neben verschiedensten Bedenken gegen die Sicherheit der Anlage von Anfang an auch die Befürchtung, dass aus dem „Zwischenlager“ faktisch ein Endloslager werden würde, wenn es erst einmal errichtet ist: Die Realisierung des ebenfalls seit 1977 geplanten Endlagers in Gorleben wurde von der Ahauser Bürgerinitiative von Anfang an bezweifelt – das Ausscheiden dieses Standortes aus der Endlagersuche im Jahr 2020 hat diese Zweifel dann endgültig bestätigt. Hartmut Liebermann hat sich in den 45 Jahren seither kontinuierlich mit der Problematik der Entsorgung von Atommüll auseinandergesetzt und sich in der Anti-AKW-Bewegung engagiert.

Angela Wolff

Foto © BUND

Angela Wolff ist Referentin für Atom- und Energiepolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Zuvor hat sie mehrere Jahre bei der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt in Hamburg als Redakteurin und Campaignerin gearbeitet. Seit 2017 ist Angela Wolff außerdem Mitglied im Bundesarbeitskreis Atomenergie und Strahlenschutz des BUND. Die ungeklärte Frage nach dem Verbleib der hochradioaktiven Abfälle gehört zu den Schwerpunkthemen, mit denen sich die Energiereferentin in den vergangenen Jahren intensiv befasst hat. Ihre beruflichen Wurzeln hat Angela Wolff im Journalismus. Nach ihrem Studium der Medien- und Kulturwissenschaft hat sie viele Jahre für Printmedien, TV- und Radioproduktionen gearbeitet und schreibt nach wie vor regelmäßig Artikel zu energiepolitischen Themen für verschiedene Zeitungen und Magazine.

Michael Müller

Foto © BASE

Michael Müller ist Jurist und leitet das Fachgebiet Rechtsfragen in der Abteilung Genehmigungsverfahren im Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Er und sein Team sind insbesondere für Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Genehmigung der Zwischenlagerung und des Transportes von Kernbrennstoffen zuständig. Der 46-Jährige ist als Fachgebietsleiter seit über zehn Jahren mit Rechtsfragen der Zwischenlagerung von Kernbrennstoffen befasst. Neben der Bearbeitung der juristischen Fragestellungen in den Genehmigungsverfahren werden durch sein Fachgebiet im Falle von Klagen gegen Genehmigungen auch die gerichtlichen Verfahren geführt. Vor seiner Tätigkeit im Atomrecht war der gebürtige Göttinger mehrere Jahre in der Landesverwaltung Rheinland-Pfalz für baurechtliche Themen zuständig.

Stefan Weber

Foto © Steve Callebaut

Einer der beiden BGZ-Experten beim Forum Zwischenlagerung ist Stefan Weber, Abteilungsleiter Genehmigungen Sicherheit. Der diplomierte Bergbauingenieur beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit kerntechnischer Sicherheit und insbesondere mit der Entsorgung radioaktiver Abfallstoffe. Nach dem Studium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen war er von 2002 bis 2010 bei der GRS Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit in Köln in verschiedenen Positionen, zuletzt im Bereich der wissenschaftlichen Strategie sowie der Endlagerung tätig. 2010 wechselte er zur GNS Gesellschaft für Nuklear-Service nach Essen und arbeitete unter anderem der „Kommission Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe“ zu, deren Abschlussbericht die Grundlage für die Evaluation des Standortauswahlgesetzes war. Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 ist er für die BGZ im Bereich Genehmigungen tätig. Dort hat er 2018 die Abteilungsleitung übernommen. Seit 2021 unterrichtet Stefan Weber zudem als Lehrbeauftragter an der FH Aachen.

Dr. Jörn Becker

Foto © Stefan Weber

Als einer von zwei BGZ-Experten sitzt beim Forum Zwischenlagerung Dr. Jörn Becker auf dem Podium. Der 38-Jährige leitet die Abteilung Zentrale Fachfragen, die sich mit den wissenschaftlich-technischen Themen der verlängerten Zwischenlagerung auseinandersetzt und das Forschungsprogramm der BGZ verantwortet. Der verheiratete Familienvater aus Essen hat an der Ruhr-Universität Bochum in der Kern- und Teilchenphysik promoviert und ist bereits seit 2012 im Bereich der nuklearen Entsorgung tätig. Sein thematischer Schwerpunkt lag dabei im Bereich Auslegung, Zulassung und Genehmigung von Nuklearbehältern. Seit 2019 ist Dr. Jörn Becker bei der BGZ tätig, für die er die Abteilung Zentrale Fachfragen aufgebaut hat. Zudem doziert er seit 2021 als Lehrbeauftragter an der FH Aachen und hat als Autor an dem Fachbuch „Nuclear Waste – Management, Disposal and Governance“ mitgewirkt.

Shary Reeves

Foto © Jochen Manz

Durch die Veranstaltung führen und die fünf Podiumsteilnehmer*innen miteinander sowie mit den Besucher*innen vor Ort und den Zuschauer*innen am Livestream ins Gespräch bringen wird Shary Reeves. Neben ihrer Leidenschaft für die Moderation ist die gebürtige Kölnerin ein wahrer Tausendsassa: Als eine der ersten Deutschrapperinnen ebnete sie zusammen mit ihren drei Geschwistern unter dem Namen „4 Reeves“ in Deutschland den Weg für Hip-Hop und Soul. In der beliebten Fernsehserie Marienhof konnte man sie in der Rolle der Jo Achebe sehen und mit Ralph Caspers moderierte sie die Sendung „Wissen macht Ah!“. Darüber hinaus engagiert sich das Multitalent ehrenamtlich im Sport und bei der Kindernothilfe. Für Letzteres wurde Shary Reeves 2016 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Eingangsstatements der Referent*innen

Hartmut Liebermann

Michael Müller, BASE

Stefan Weber

Dr. Jörn Becker

Video-Aufzeichnung

Das Forum fand am Montag, 12. September 2022, als Hybridveranstaltung in der Halle VI auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen statt und konnte auch via Livestream verfolgt werden. Der Mitschnitt steht Ihnen an dieser Stelle dauerhaft zur Ansicht zur Verfügung. Aufgrund einer technischen Störung haben die ersten Minuten der Aufzeichnung kein Bild und/oder keinen Ton.

Video abspielen

Impressionen

Graphic Recording

Zusätzlich haben wir das Forum Zwischenlagerung von dem Graphic Recorder Benjamin Felis begleiten lassen, der die Veranstaltung live visuell mitdokumentiert und zusammengefasst hat. Das Gesagte wurde so in Echtzeit grafisch festgehalten und in passende Bildwelten und Metaphern übersetzt. Das Graphic Recording ist nicht als lückenloses Protokoll zu verstehen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Um die einzelnen Aussagen in ihrem Gesamtkontext einordnen zu können, sehen Sie sich gerne den Mitschnitt des Livestreams an.

Publikumsfragen

Alle Fragen, die uns während des Livestreams erreicht haben, finden Sie hier:

Im Veranstaltungsverlauf wurde zudem eine Aussage von BASE-Präsident Wolfram König hinsichtlich der Inbetriebnahme des Endlagers für hochradioaktive Abfälle thematisiert, die im Rahmen eines Interviews mit dem Tagesspiegel getätigt wurde. Die Teilnehmer*innen des Podiums waren sich uneinig über die Aussage Wolfram Königs, ob 2050 als geplanter Einlagerungsstart in ein Endlager als Zeithorizont noch haltbar ist. BGZ hat hierzu einen Faktencheck durchgeführt. Im Interview „Brauchen neue Risikobewertung wegen des Krieges“ vom 5. August 2022 zitiert der Tagesspiegel König wie folgt: „Die Endlagersuche ist ein sehr schwieriger Prozess. Bis 2031 soll der Standort für die hochradioaktiven Abfälle gefunden sein. Ich bin inzwischen leider sicher, dass die Suche länger dauern wird.” Das ganze Interview finden Sie hier.