Die Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle erfolgt nach Aussagen der BGE in einem wissenschaftsbasierten, transparenten, sich selbst hinterfragenden und lernenden Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit.

Warum vermisse ich jedes dieser Attribute bei der Standortauswahl für das ZBL?

Denken Sie nicht, dass die Öffentlichkeit mindestens das Recht auf Information und Transparenz haben sollte?

So werde ich den Eindruck nicht mehr los, dass der am schnellsten verfügbare und nicht der beste Standort für das ZBL gefunden werden sollte. Wenn das Ziel der Empfehlung von vornherein feststeht, baue ich Ihnen im Nachhinein eine Scorecard, die zu dem gewünschten Ergebnis führt.
Das ist dann nur noch eine pseudowissenschaftliche Übung.

Sehr geehrter Herr Liebenau,

die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle ist nicht mit der Standortauswahl für ein Logistikzentrum für schwach- und mittelradioaktive Stoffe vergleichbar. Bei einem Endlager für hochradioaktive Abfälle geht es um die Suche nach dem bestmöglichen Standort mit einem Sicherheitsnachweis für eine Million Jahre. Hingegen benötigt die BGZ für ihr Logistikzentrum nur einen geeigneten Standort für ein zeitlich auf rund 30 Jahre begrenztes Vorhaben. Insgesamt neun mögliche Standorte hat die BGZ bei ihrer Suche aus einem Pool von insgesamt 28 Flächen als geeignet identifiziert. Schon daraus lässt sich ablesen, dass es keine Fixierung auf einen Standort gab und auch nicht geben konnte.

Im geplanten Logistikzentrum kommen darüber hinaus Technologien und Techniken zum Einsatz, die seit Jahren angewandt werden und entsprechend bewährt sind. Allein mehr als 60 vergleichbare Anlagen – mit natürlich geringeren Dimensionen – sind bereits im Stresstest der Entsorgungskommission des Bundes (ESK) berücksichtigt worden. Zehn neue Anlagen wurden in den vergangenen zehn Jahren von den Behörden in Deutschland genehmigt und sind anschließend gebaut sowie in Betrieb genommen worden. Diese Zwischenlager werden ständig überwacht; Korrekturen am Betrieb oder der eingesetzten Technik sind jederzeit möglich – ganz im Gegensatz zu einem Endlager für hochradioaktive Abfälle.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr BGZ-Team